Freitag, 5. Juni 2015

Hilfe, nur noch eine Nacht!

Morgen geht mein Flieger nach Hause, dass heist nichtmal mehr 24 Stunden!

Klar hab ich mich scon von einigen verabschiedet, aber ich glaube dass schlimmste kommt morgen am Flughafen ... Da kommen nämlich alle, die mir wichtig sind hin:)

Naja, im Moment bin ich sehr gestresst, nervös, angespannt, aber nicht traurig und nicht voller Vorfreude. Ich kann es noch garnicht realisieren, dass ich in 2 Tagen meine Mama und meinen Papa wieder sehe, dass endlich der Tag kommt, auf den wir alle so lange gewartet haben! Dass ich alle wieder in den Arm nehemn werde, wieder alleine nachts rausgehn kann und dass ich wieder deutsch reden muss:D 
Aber genau so wenig kann ich glauben, dass ich nächste Woche nicht in meine Schule, meine Klasse gehe, dass ich plötzlich kein Spanisch mehr reden werde und nicht schnell zu meiner Besten Freundin heimlaufen kann...

Ihr merkt schon, meine Gefühle spielen verrückt und es tut mir weh, meine 2. Heimat zu verlassen, auch wenn ich mich freue, wieder in mein altes zuhause zurückzukehren!

Also bis übermorgen Deutschland,
Besitos Leo

Donnerstag, 21. Mai 2015

Wie die Zeit rennt ...

So, jetzt sind es nurnoch ein bisschen mehr als 2 Wochen und die Gefühle fangen an, verrückt zu spielen. Ich freu mich so sehr auf zuhause, auf meine Familie und meine Freunde. Aber ich kann es noch nicht recht begreifen, dass ich Paraguay, meine neue Heimat, bald verlasse und wer weis wie lange... Heute steht der Erste Abschied bevor, und zwar con meinem kleinen Gastbruder, weil er heute mit der Kirche nach Columbien geht und erst nach meinem Abflug wiederkommt.
Aber gut, das dieser Tag kommt wusste ich, nur nicht, dass es mir so schwer fallen wird, Abschied zu nehmen! Aber genau deshalb versuche ich jetzt, jeden Tag so gut es geht zu nutzen, noch so viele Erinnerungen wie möglich zu sammeln und die Zeit zu geniesen:)
Jetzt will ich euch mal von ein paar Tagen der letzten Wochen erzählen...

Mittwoch, 29. April
An dem Tag waren wir mit der Schule in einem Kinderheim, in dem über 100 Kinder und Jugendliche wohnen. Wir haben vorher alle Essen, Spielzeug oder Hygieneartikel gespendet und haben diese dann in das Heim gebracht. Dort haben wir dann mit den Kindern gespiekt und geredet. Zum Schluss haben sie uns noch ein Konzert gegeben, da in dem Heim alle Kinder ein (oder mehrere) Instrumente lernen und dann in Bands oder Orchestern spielen. Die Kinder haben sehr glücklich gewirkt, was mich wirklich froh macht.

Donnerstag, 30. April, Tag der Lehrer
Da wir schulfrei hatten, haben wir von YFU einen Ausflug nach Argentinien gemacht. Dort waren wir in einer kleinen Stadt an der Grenze zu Paraguay, in Formosa, und haben uns mit zwei Austauschschülern und Voluntarios von YFU Argentina getroffen. Mit ihnen haben wir den Tag verbracht, waren zusammen essen und sie haben uns die Stadt gezeigt. Hauptthema: Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Formosa und Asunción. Eigentlich scheint Formosa recht paraguayisch zu sein, dort trinkt man auch Terere statt Mate, isst alle typischen Gerichte aus Paraguay und die Leute haben nichtmal diesen argentinischen Akzent, über den wir uns in Paraguay so gerne lustig machen. Aber was auffällt ist, ist mal wieder der Verkehr, die Sicherheit und die Sauberkeit der Stadt, das ist in Formosa echt besser. Liegt wahrscheinlich daran, dass Formosa wesentlich kleiner ist. Aber naja, für uns Paraguayer war trotzdem klar, dass Asunción schöner ist.
Der Tag war echt schön und jetzt kann ich endlich auch sagen, dass ich in Argentinien war!

Freitag, 1. Mai, Tag der Arbeit
Wie in Deutschland, ist auch hier am 1. Mai der Tag der Arbeit und auch hier haben alle frei. Wir haben den Tag in Familie verbracht. Zuerst waren wir lecker Asado essen bei meiner Tante und danach war ich mit meinen Eltern noch in SanBer. Das ist ein kleines Städchen auserhalb von Asunción an einem See. Dort haben viele Asuncioner ein Haus mit Garten und meistens auch mit Pool, in dem sie die Ferien und Wochenenden verbringen. Wir haben dort die Freunde meiner Gasteltern besucht und haben viel gegessen, geredet und waren sogar laufen, was wir sonst nie machen haha.


Samstag, 9. Mai & Sonntag, 10. Mai
Da wir ja kurz vor dem Heimflug stehen, hatten wir schon unser Abschlusscamp. Diesesmal waren wir in einem Haus in SanBer und haben dort geschlafen. Die Zeit war wie erwartet extrem schön, mit den Leuten von YFU macht es einfach immer Spas. Das Camp war hauptsächlich dazu da, das Jahr revue pasieren zu lassen und um über das, was uns zuhause erwartet, zu sprechen. Es hat echt gut getan, über Ängste und Erwartungen zu sprechen. Ich hoffe, es wird nicht all zu schwer, mich zuhause wieder einzugewöhnen und auch, dass es für die anderen nicht zu schwer wird, mit mir klar zu kommen haha . Aber jetzt ist das wichtigste erstmal, die letzten Wochen hier gut auszunutzen:)



Donnerstag, 14. Mai, Día de la patria
Schon wieder ein Feiertag, diesmal 2 Tage der Patriotrie, das ist sowas wie der Tag der Einheit und Freiheit von Paraguay. Generell der ganze Mai ist der Monat der Patria, deshalb hängen auch überall Flaggen und eigentlich sollte auch jeder eine Brosche in den Farben der Flagge am Oberteil tragen, dass macht aber nicht jeder.
An meiner Schule wurde das lange Wochenende genutzt, um die Safari zu veranstalten. Das ist ein Wettkampf der Klassen, punkte zu sammeln, in dem man mit den Klassenkamaraden Aufgaben löst. Das alles ist nicht so ernst, man muss peinliche Sachen machen und das dann aufnehmen. Zum Beispiel mussten die Jungs in Frauenkleidern durch den Park laufen und wir mussten mit einem Schwangerschaftstest einem fremden Typen und seiner Freundin vorheulen, dass der Typ der Vater ist. Für extrapunkte bekommt man Rätzel und muss dann so schnell wie möglich am den gesuchten Ort einen Zettel suchen. Hat eigentlich echt Spas gemacht, vor allem mit 16 anderen in einem kleinen Auto durch die Stadt zu fahren, das auch noch von meinem Compañero ohne Führerschein gefahren wurde.. Jaja, das ist Paraguay.


Freitag, 15. Mai, Muttertag
Den Muttertag haben hier die meisten mit ihrer Familie verbracht, so auch ich. Wir waren zum Asado essen bei meiner Tante, wo auch der Rest der riesen Familie meines Gastvaters war. Später waren wir dann noch zum Abendessen bei der Familie meiner Gastmama.



Das wars auch schon von den besonderen Tagen, aber auch sonst hab ich natürlich viel gemacht...

Liebe Grüse nach Deutschland, ich freu mich auf euch 
Leonie

PS: sorry für rechtschreibfehler, mein Handy ist auf Spanisch eingestellt und verbessert daher ab und zu falsch. Nicht dass ihr denkt, ich hätte alles vergessen haha

Dienstag, 5. Mai 2015

Das paraguayische Verkehrssysten - es gibt keines :D

So, ich dachte ich erzähl euch mal ein bisschen was über den Verkehr, der ist nämlich ganz und gar nicht wie in Deutschland!

Also zuerst mal das Autofahren! Für alle die es sich leisten können, ist dass das wichtigste und auch eigentlich das einzige  Verkehrsmittel, das in Frage kommt. Man fährt Überfall mit dem Auto hin, selbst wenn man nur zu Freunden geht, die höchstens 5 Minuten Fußweg von einem weg wohnen!
Sicherheit geht hier nicht unbedingt vor, oftmals ist man nicht angeschnallt im Auto, das Baby sitzt einfach auf dem Schoss der Mama statt im Babysafe und 8 Leute im 5-Sitzer zusammen mit 3 Kühlboxen und Kinderwagen ist auch nicht gerade was Seltenes, auf dem Schoss von irgendjemandem zu sitzen sogar das Normalste der Welt.
Aber selbst bei normaler Passagieranzahl kann es manchmal schmerzhaft werden. Dank den unzählbaren Schlaglöchern stößt man in manchen Autos schon mal den Kopf an der Decke an, sollte es übersehen werden. Und auch auf den gepflasterten Straßen wird es echt holprig und leider sind diese Straßen nicht gerade selten.
Solche Schlaglöcher wie es sie hier gibt, würden in Deutschland sicher abgesperrt werden. Hier aber wird einfach die Gegenfahrbahn als Ausweichspur genutzt. Zum Glück gibt es auf den Hauptverkersstraßen Bäume in der Mitte, sodass das wenigstens dort nicht möglich ist.
Stopschilder und Ampeln gibt es auch, aber nur halb so viele wie in Deutschland. Am häufigsten sind hier Bremsschwellen, die doch mal zum langsamen Fahren zwingen, will man verhindern, dass das ganze Auto Schrott ist. Extrem viele kleinere Straßen sind Einbahnstraßen und ich bin mir sicher, müsste ich hier Auto fahren, würde ich garantiert immer falsch fahren!
Hupen ist auch ein ganz normaler Bestandteil des Verkehrs.  Die Paraguayer hupen  immer, egal ob zum Gruß, um den anderen aufzufordern schneller zu fahren oder doch eher mit mehr Abstand. Es wird einfach immer gehupt!
An allen Ampeln kommen Leute an die Autos und wollen was verkaufen, dir die Scheibe wischen oder machen Kunststücke und versuchen so ein bisschen Geld zu verdienen. Das ist ja auch echt gut, dass sie sich bemühen, aber es sind einfach so viele, dass man garnicht immer was kaufen kann.

Auf Fußgänger wird generell kaum Rücksicht genommen, egal ob an Zebrastreifen oder an normalen Kreuzungen, das Auto kommt immer zu erst. Als Deutscher fällt es mir echt schwer, mich daran zu gewöhnen und oftmals werde ich von meinen Freuden nochmal fest gehalten, weil sie doch lieber nochmal warten bis wirklich gar kein Auto mehr in Sichtweite ist!
Wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum die viele nicht gerne zu Fuß geht, ich hab echt Glück das ich noch nicht unerfahren wurde haha
Außerdem soll es auf den Straßen auch sehr gefährlich sein, ausgeraubt zu werden, weshalb ich immer vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein muss ( was mich grade jetzt im Winter nervt, wo es schon um halb 6 dunkel wird :D)

Jetzt zu den Bussen, dem 2 Verkehrsmittel, das vor allem von nicht soo reichen Leuten von Jugendlichen genutzt wird!
Hier in Asunción fahren ständig Busse und sie sind dazu auch noch richtig Billig. Eine Fahrt kostet nur 2.300 Guaraní, was umgerechnet etwa 40 Cent sind.
Zudem gibt es ein paar Buslinien, die schon klimatisiert sind, die aber dann auch gleich mal das doppelte kosten! Und selbst wenn es bei der Hitze hier echt unangenehm ist, ewig in einem unerfüllten Bus zu stehen, sind mir die 5 Guaraní dann doch zu schade, genau wie den meisten anderen Paraguayern.
Jeder Bus hat hier seine Linie, die fährt er den ganzen Tag immer wieder. Wenn man einsteigen will, dann muss man nur seine Hand ausstrecken, und schon hält der Bus. Will man aussteigen, zieht man an einer Schnur, an der eine Glocke befestigt ist und der Bus hält an und man kann raus springen.
Die Busse sind meistens so alt und klapperig, dass man bei Regen auch drinnen nass wird und sie niemals durch den TÜF kommen würden in Deutschlad!
Auch in den Bussen wird einem ständig etwas zum Verkauf angeboten, meistens Chipa, Getränk,  Ananas oder sowas :D und dazu sagen die Verkäufer immer schön ihren Spruch auf :" Coca, coca, fanta, sprite, solo 5 mil, 5 mil, coca, fanta, agua, sprite, 5 mil nomas" und das in einem rasenden Tempo!

Ich liebe die Busse! Anfangs hatte ich durch die ganzen Schauder Geschichten echt Angst Bus zu fahren und bin so kaum raus gekommen, weil meine Gasteltern unter der Woche nie Zeit haben mich zu fahren. Mittlerweile fahre ich mehrmals die Woche mit dem Bus um mich mit Freunden zu treffen und um raus zu kommen. Ich kenne die Buslinien langsam sogar besser als meine Gasteltern und finde fast überfall einen Bus, der mich zu uns um die Ecke bringt.

Klar kann der Bus auch nerven, vor allem um die Feierabendzeit, wenn der Bus extrem überfüllt ist und bei 35° an schwitzende Menschen gedrückt wird, ist das nicht so schön. Oder wenn man ewig auf einen Bus warten muss, dann endlich einer kommt und man übersehen oder stehen gelassen wird, weil der Busfahrer noch über die grüne Ampel will. Poder das schlimmste: wenn ser Bus deiner Linie plötzlich eine andere Route fährt :D  Aber naja, das ist eben Asuncion :D
Und zum Glück hatte ich auch noch nie wirkliche Probleme beim Bus fahren. Mit etwas Zeit, Umwegen und Umsteigen habe ich bis jetzt immer mein Ziel erreicht.

Züge gibts in Paraguay übrigens keine, früher schon, aber nicht mehr.
So, ich hoffe ich konnte euch meine Eindrücke von den Straßen Paraguays gut schildern und ihr könnt es euch einigermaßen vorstellen.
Das alles muss sich jetzt für euch zimmlich verrückt und schlimm anhören, aber man gewöhnt sich echt daran und es gehört einfach zu Paraguay dazu. Um ehrlich zu sein, ist es sogar ziemlich witzig :D

Bis zum nächsten mal, passt auf euch auf!
Leonie

Hier mal einer der neueren Busse :D 

Sonntag, 22. März 2015

Update 2.0

Holaa gente!

Ich dachte, ich gebe auch mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Ich weiß es ist schon ewig her, dass ich mich gemeldet habe, aber seht es als gutes Zeichen, ich bin beschäftigt! Entschuldigung trotzdem an dieser Stelle :)
Seit dem letzten mal ist einiges passiert....

Seit 1 Monat geh ich jetzt wieder in die Schule und es macht sogar Spaß. Vorher hatte ich nach 4 Monaten Freien echt keine Lust, da wieder hin zu gehen, aber es war dann doch nicht so schlimm, wie ich dachte.
Mir macht es sogar Spaß. Wahrscheinlich schüttelt ihr jetzt den Kopf, denn wer sagt schon, dass ihm Schule Spaß macht?! Aber nachdem ich die ersten 4 Monate nichts verstanden habe und dann  Freien hatte, ist es doch ganz gut, wieder was zu machen.
Außerdem verstehe ich jetzt den Unterricht, was mich echt stolz macht. Ich mache fast alle Aufgaben und einige Hausaufgaben. Innerhalb von 3 Wochen haben wir jetzt in allen Fächern die erste Arbeit geschrieben und dass machen wir jeden Monat, also heißt es lernen, für meine Klassenkamaraden. In einigen Fächern hab ich mein Ergebnis schon und ich bin nichtmal so schlecht, wie erwartet. In Französisch und Logik hab ich sogar 10 von 10 Punkten und in den meisten anderen auch 6 oder 7. Klar würde ich damit sitzenbleiben, aber ich bin trotzdem zufrieden, letztes Halbjahr hatte ich höchstens 4 Punkte :D

Mit den paraguayischen Freunden wird es auch immer besser. In meiner Klasse habe ich jetzt meinen Freundeskreis gewechselt und bin jetzt fast immer mit 3  Mädels zusammen. Ale, Luana und Leti sind super lieb und reden richtig viel mit mir. An den Wochenenden waren wir auch abends noch zusammen weg, einmal im Kino und das andere mal Pizza essen. Und einmal haben sie mich zum Mandio Chyryry Essen eingeladen. Das kann man ein bisschen mit Rührei vergleichen, nur mit Maniok drinnen.
Neben den 3en bin ich noch mit Pachi befreundet. Sie hat die Schule gewechselt, aber wir treffen uns mittags und sind mittlerweile zu richtigen Besten Freundinnen geworden. In den Freien war ich mit ihr und ihrer Familie in ihrem Landhaus und Sonntags waren wir schon einige male auf einer Bootsfahrt über den Rio Paraguay. Ich liebe sie und ihre Familie, für alle scheint es schon fast normal zu sein, wenn ich komme oder Pachi mich mitnimmt. Auch ihre neuen Klassenkamaraden kennen mich und laden mich ein :)
Außerdem habe ich noch meine Freunde von YFU, mit denen ich auch oft er was mache.

Mit Sophie gehe ich immer noch 1-2 mal in der Woche ins Kinderheim. Jetzt wo auch sie wieder Schule haben, helfen wir ihnen bei den Hausaufgaben und danach spielen wir auf dem Fußballplatz im Viertel Fußball oder spielen Schiffe versenken und Stadt-Land-Fluss. Langweilig wird uns mit den Jungs auf jeden Fall nie :D und ich muss zugeben, in der letzten Zeit sind sie mir richtig ans Herz gewachsen!

Mit meiner Familie hat sich nicht wirklich viel verändert. Mit meinen Brüdern Rede ich nicht soo viel, bin aber mittlerweile daran gewöhnt und habe es akzeptiert. Mit meinen Gast Eltern und vor allem der Mama Rede ich aber richtig viel und fühle mich dank ihnen auch wirklich willkommen in der Familie und weiß jetzt schon, dass ich sie vermissen werde:)

Das Wetter ist weiterhin sehr sommerlich für deutsche Verhältnisse, aber für Paraguay ist es echt kühl geworden. Es hat meistens zwischen 25° und 30°, aber trotzdem, wenn man an die Hitze gewohnt ist, friert man auch da ein bisschen. Am schlimmsten ist in der Schule, selbst wenn es draußen 40° hat, braucht man im Klassenzimmer immer einen Winterpulli, weil die Klimaanlage an ist. Dank dieser war ich letzte Woche auch das erste mal erkältet, und wäre wenn es nach den Paraguayern ginge schon längst mit Medikamenten zugedröhnt, aber ich vertraue doch lieber auf heißen Matetee und viel Schlaf.

Das Praktische war, dass ich sowieso Frei hatte, ab Dienstag, da Semana Santa (Osterwoche)  vor der Türe stand. Das hieß für viele Paraguayer, jeden Abend in die Kirche gehen und eine kleine Reise machen. Viele sind aufs Land gefahren, und das haben wir auch einen Tag gemacht. Am Donnerstag sind wir morgens ins Landhaus von meinem Gastopa, der hat da seine Kühe, Pferde und Ziegen. Dort haben wir mit einer befreundeten Familie den Tag verbracht, haben Asado gegessen, sind geritten und haben selbst Chipa (Gebäck) und Cocido (Tee) gemacht, was zu jeder Semana Santa in Paraguay gehört :)
Am Freitag war die Familie von meinem Gastonkel zum Mittagessen bei uns und es gab traditionell Fisch, was es sonst nie gibt.
Am Ostersontag waren wir dann morgens in der Kirche und später noch gemeinsam essen. Die Eiersuche ist leider ausgefallen, weil wir alle zu groß sind, meinte meine Gastmama, aber da hat sie wahrscheinlich recht :D
Ich hoffe, ihr hattet alle frohe Ostern! Wie man hier sagen würde: 'felices pascuas' nachträglich!

Mein Spanisch ist mittlerweile fließend, auch wenn natürlich noch Fehler drin sind und mein Vokabular noch ausbaufähig ist, bin ich echt zufrieden :)
Auch der Akzent scheint besser geworden zu sein, denn einige meinen, dass ich schon "re paraguayo" spreche. Was mir aber auffällt ist, dass ich nur die Umgangssprache lerne, aber das ist wahrscheinlich normal.
In welcher Sprache ich denke, wenn ich alleine bin, weiß ich gar nicht, aber ich glaube es ist ein Mischmasch. Wenn mir Freundinnen aus Deutschland schreiben, und ich gerade in spanisch denke, will ich immer in spanisch antworten haha, also wundert euch nicht, falls mal 'ne Antwort kommt, die ihr nicht versteht :D

Heute sind es noch 58 Tage, bis mein Flieger nach Deutschland abhebt. Zwei meiner Freundinnen haben angefangen zu weinen, als ihnen das klar wurde und sogar Pachi meint, sie wird mich vermissen ( sowas würde sie normal nie zugeben haha)
Ich freue mich ja wirklich alle wieder zu sehen, aber ich glaube, dass Heimweh wird mich zuhause doch packen, und zwar nach meiner 2. Heimat. Ich glaube im Moment will ich nur nicht nach Hause, weil ich weiß, dass ich so oder so nach Hause gehen werde in 2 Monaten, aber ich werde zuhause nicht wissen, wann ich wiederkommen werde!
Ich kann nur hoffen, dass mich meine Freunde und meine Gastfamilie nicht vergessen und ich bald die Chance haben werde, zurück zu kommen.
Meinen Freundinnen habe ich versprochen, zu ihren Hochzeiten zu kommen und hab auch alle eingeladen, mal schauen wer der Einladung nachkommt und ob ich welche bekomme, zu den Hochzeiten :D

Das war's auch schon wieder von mir. Wir sehen uns ja schon bald wieder!

Un gran abrazo a todos, Leo

PS: sorry für Rechtschreibfehler, meine Tastatur ist auf Spanisch eingestellt, weshalb sie manchmal falsch verbessert km Deutschen:/ 


Und hier noch ein paar Fotos:)

Auf dem Land, beim Chipa machen und Reiten: 


Mit meiner Gastmama und meinen Gastbrüdern in einem bunten Vierten von Asuncion:

Mit Pachi auf bei einer Schifffahrt über den Río Paraguay:

Mit meinen 3 neuen Freundinnen, Leti, Luana und Ale:

Auf einem Quince (15er):

Der Versuch Zuckerrohr zu essen, schmeckt nicht schlecht, aber ist schwer zu essen haha: